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Katze führte Doppelleben

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Donnerstag
24.08
KW 34

Nächste Ereignise

Abschnitt 236/365 aus dem Buch "Winnetou I" von Karl May

um an einer andern, für sie unsichtbaren Stelle wieder auf der Oberfläche zu erscheinen. Sie hielten es aber gar nicht für der Mühe wert, sich weiter mit ihm zu beschäftigen. Intschu tschuna kam zu mir und fragte: »Ist mein junger, weißer Bruder jetzt mit mir zufrieden?« »Ja. Ich danke dir!« »Du hast keinen Grund zum Danke. Auch wenn ich deinen Wunsch nicht gekannt hätte, würde ich genau so gehandelt haben. Dieser Hund war gar nicht wert, den Martertod zu erleiden. Heut hast du den Unterschied zwischen uns Heiden und euch Christen, zwischen tapfern, roten Kriegern und weißen Feiglingen gesehen. Die Bleichgesichter sind zu allen bösen Ta-ten fähig, aber wenn es gilt, Mut zu zeigen, dann heulen sie vor Angst wie Hunde, welche Schläge bekommen sollen.« »Der Häuptling der Apachen darf nicht vergessen, daß es überall tapfere und feige, gute und böse Menschen gibt!« »Du hast recht, und ich wollte dich nicht beleidigen; aber dann darf auch kein Volk denken, daß es besser als ein anderes sei, weil dieses nicht dieselbe Farbe hat.« Um ihn von diesem heiklen Gegenstand abzulenken, erkundigte ich mich: »Was werden die Krieger der Apachen jetzt nun tun? Klekih-petra begraben?« »Ja.« »Darf ich mit meinen Gefährten dabei sein?« »Ja. Wenn du nicht gefragt hättest, würde ich dich darum gebeten haben. Du hast damals mit Klekih-petra gesprochen, als wir fortgingen, um die Pferde zu holen. War es nur ein gewöhnliches Gespräch?« »Nein, sondern ein sehr ernstes, für ihn und auch für mich wichtiges. Darf ich euch sagen, wovon wir geredet haben?« Ich wendete jetzt die Mehrzahl an, weil Winnetou zu uns getreten war. »Sage es!« antwortete dieser. »Als ihr fort waret, setzten wir uns zueinander. Wir bemerkten bald, daß seine Heimat auch die meinige sei, und unterhielten uns in unserer Muttersprache. Er hatte viel erlebt und viel erduldet und erzählte es mir. Er sagte mir, wie lieb er euch habe und daß es sein Wunsch sei, für Winnetou sterben zu können. Der große Geist hat ihm diesen Wunsch nur wenige Minuten später erfüllt.« »Warum wollte er für mich sterben?« »Weil er dich liebte, und aus noch einem anderen Grunde, den ich dir später wohl mitteilen werde. Sein Tod sollte eine Sühne sein.« »Als er sterbend an meinem Herzen lag, redete er zu dir in ei ner Sprache, welche ich nicht verstand. Welche war es?« »Unsere Muttersprache.« »Sprach er da auch von mir?« »Ja.« »Was?« »Er bat mich, dir treu zu bleiben.« »Mir treu zu bleiben ? Du kanntest mich doch noch gar nicht!« »Ich kannte dich, denn ich hatte dich gesehen, und wer Winne tou sieht, der weiß, wen